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Kim Anh Tran (17), Krefeld:
„Juniorbotschafter? Das Wort hatte ich bis vor zwei Jahren noch nie gehört. Gut, ich kannte UNICEF, ich wusste, das ist das Kinderhilfswerk. Aber den Juniorbotschafter brachte die Mutter meiner Freundin ins Spiel. Da haben wir uns informiert und bei unserem UNICEF-Büro angerufen. Am Anfang waren sie ein bisschen reserviert. Aber dann haben sie uns bei unseren Aktionen voll unterstützt. Die haben nicht gesagt: „Na, dann macht mal schön“, sondern haben alles getan, um uns zu helfen. Mit denen konnte man ganz normal reden, die hatten immer ein offenes Ohr und waren total nett. Das war die erste schöne Erfahrung.
Und dann: wenn man liest, wieviel Ungerechtigkeit, Not und Grausamkeit es auf der Welt gibt, ist man anfangs deprimiert. Aber dann ist es ein Ansporn. Man merkt plötzlich: Es könnte so viel gemacht werden, und möchte dann unbedingt selbst etwas tun. Und es war jedes Mal eine riesige Freude, wenn ich mit meiner Freundin wieder einen neuen Geldbetrag gesammelt hatte und damit zu UNICEF gehen konnte. Außerdem lernt man dadurch viele andere Jugendliche kennen, die ähnlich denken wie man selbst. Wenn man der Freundin in der Schule erzählt, was man vorhat, sagt sie vielleicht etwas sarkastisch: „Na, toll“, nimmt dich aber nicht ganz ernst. Aber mit den andren Juniorbotschaftern ist man auf einer Wellenlänge.
Was mich am meisten stört, ist die Benachteiligung von Mädchen in vielen Ländern dieser Erde. Das regt mich auf, und am wenigsten verstehe ich, dass Mädchen in ihrer eigenen Familie nicht genauso viel Liebe erfahren wie die Jungen, dass sie getötet werden, nur weil sie Mädchen sind, dass der eigene Vater ihnen den Schulbesuch verbietet, als wäre eine Tochter nicht sein Kind, sondern ein Objekt. Ich müsste vielleicht selbst einmal in solche Länder fahren und mir alles mit eigenen Augen anschauen. Aber ich habe auch ein bisschen Angst davor. Ich weiß nicht, ob ich den Anblick von Not oder Ungerechtigkeit aushalte. Aber auf der anderen Seite bekäme ich dann vielleicht ein noch besseres Gefühl dafür, dass wir Menschen alle eine große Familie bilden.“
(aus: Christiansen / Janosch (Hg.): Gibt es hitzefrei in Afrika? So leben die Kinder dieser Welt. Heyne München, 2.Aufl. 2006, S. 140/141)
Kim Vivien, 10, aus Stadensen
Erst zehn Jahre alt ist eine JuniorBotschafterin 2008: Kim Vivien Sombrutzki aus Stadensen in der Nähe von Uelzen (Niedersachsen) hat sich mit dem Thema Schutz vor Gewalt befasst. Gewalt kann überall stattfinden: zu Hause, auf dem Schulhof und im Internet. Deshalb ist es wichtig zu wissen, so Kim Vivien, wie man sich vor Gewalt schützen kann. Sie hat zu dem Thema einen eigenen kleinen Film gedreht und im Rathaus ihrer Stadt für interessierte Eltern, Jugendliche und Kinder ab 8 Jahren einen Vortrag gehalten. Aus ihrem Projekt zieht das 10-jährige Mädchen den Schluss: „Gewalt hat viele Gesichter. Was Gewalt ist, entscheidet allein das Opfer. Gewalt schadet und Gewalt tut weh und wer Gewalt sät, erntet Gegengewalt.“
Für den Film hat Kim Vivien selbst das Drehbuch geschrieben und in zusammen mit ihren Mitschülern Michelle, Kevin und Tim-Lukas umgesetzt; die Klassenlehrerin hat die Videokamera zur Verfügung gestellt. Im Film wollen zwei Jungen ein Mädchen misshandeln. Ein anderes Mädchen, Mary (Kim Vivien), klärt die Situation und rettet das Mädchen. Damit fordert Kim Vivien die Menschen auf, nicht wegzusehen, wenn jemand in Bedrängnis gerät, sondern sich couragiert für andere stark zu machen.
Für ihren Vortrag hat Kim Vivien sorgfältig recherchiert. Sie hat sich im Internet informiert und ging zur Polizeiwache, um mit einem Kriminalbeamten zu sprechen. Anschließend hat sie den Bürgermeister der Stadt Uelzen befragt und obendrein dafür gewonnen, die Schirmherrschaft für die Veranstaltung im Rathaus zu übernehmen.
Dort zeigte Kim Vivien ihren Film und machte im Vortrag eine Bestandsaufnahme von Gewalt in ihrer Umgebung. Dabei hat sie es aber nicht belassen, sondern den Besuchern ihres Vortrags auch vielfältige Möglichkeiten aufgezeigt, wie sie sich vor Gewalt schützen können. Zum Beispiel erfahren die beeindruckten Zuschauer, wie ein Alarmgerät für die Handtasche funktioniert.
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buchtipps
Christiansen, Sabine und Janosch (Hg.): Gibt es hitzefrei in Afrika? So leben die Kinder dieser Welt. (2006)
Zu 99 Stichworten werden Fragen zum Kinderleben rund um die Welt beantwortet.
Petersen, Kristina (Hg.): Der Fischer Weltalmanach für Kinder. Das logo!-Länderlexikon (2007)
Informationen zu Lage, Geschichte, Politik und Wirtschaft aller 194 Staaten mit „Steckbrief“, Fotos und Landkarten.
Tworuschka, Monika und Udo: Lexikon „Weltreligionen Kindern erklärt“
(2003)
Lexikon über die Weltreligionen für Kinder ab 10 Jahren. Gänzlich fehlen allerdings die Religionen Afrikas.
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