
flüchtlingskinder - storys
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Heimatlos in Deutschland
Mohammad aus Somalia
Mohammad ist 17 Jahre alt und stammt aus Somalia, einem Land, in dem seit 20 Jahren Bürgerkrieg herrscht. Er musste dort seine Familie zurücklassen und floh allein nach Europa. Als er in Deutschland ankommt, wird er zunächst in einer Erstaufnahmeeinrichtung für Minderjährige aufgenommen und erhält einen Vormund. Aufgrund von Engpässen bei der Folgeunterbringung landet der Jugendliche nach einigen Monaten in einer Gemeinschaftsunterkunft für Erwachsene, weil das Asylverfahrensgesetz dies erlaubt. Mohammad bekommt Antidepressiva gegen seine Schlafstörungen, eine Therapie ist aufgrund fehlender Kapazitäten in der Kinder- und Jugendpsychiatrie nicht möglich. In seinem Ort gibt es auch keine Möglichkeit, zur Schule zu gehen, stattdessen besucht er einen Sprachkurs, der nur zweimal pro Woche stattfindet.
Berfin aus Syrien
Berfin, 17 Jahre, aus Syrien, lebt seit sieben Jahren in Deutschland und ist mit ihrer Familie in einer Gemeinschaftsunterkunft untergebracht. Sie hat die Schule erfolgreich beendet und sofort einen Ausbildungsplatz gefunden. Ihre Ausbildung darf sie jedoch nicht beginnen. Die ganze Familie hat ein Arbeitsverbot bekommen, da die Ausländerbehörde unterstellt, sie wirke bei ihrer eigenen Abschiebung nicht mit. Somit ist Berfin zum Nichtstun und Zeittotschlagen verdammt. Die erzwungene Untätigkeit ist eine der größten Belastungen für die Menschen, die in Flüchtlingslagern untergebracht sind, und macht sie physisch und psychisch kaputt. Obwohl sie selber für ihren Lebensunterhalt sorgen könnten, alimentiert der Staat sie mit Essenspaketen, einem Leben in Mehrbettzimmern und Altkleidern - weil ihre Existenz hier nur geduldet ist.
Sanije aus dem Kosovo
Sanije war zwölf, als die Polizei mitten in der Nacht kam, um sie zusammen mit ihrer älteren Schwester und ihrer verwitweten Mutter von Deutschland in den Kosovo zu schicken. Sanije verbrachte das gesamte Jahr seit ihrer Rückführung in einem baufälligen Haus in einem Dorf in der Nähe Ferizajs. In Deutschland war sie eine gute Schülerin, doch da sie nicht auf Albanisch schreiben kann und im Kosovo auch keine Hilfe erhält, war ihr letzter Schultag der Tag, als die deutsche Polizei ihre Familie in ein Charterflugzeug nach Pristina setzte. Nach zwei Herzinfarkten ist ihre an Lungenproblemen leidende Mutter zu schwach, um Sanijes deutsche Geburtsurkunde anzufordern. Ihre Mutter würde sicherlich die Anforderungen für eine Erwerbsunfähigkeitsrente erfüllen, doch ist sie gesundheitlich nicht in der Lage auch nur einen Antrag zu stellen. Ohne Papiere, existiert ihre Tochter Sanije bis heute offiziell nicht.
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Die Jahirovic-Geschwister aus dem Kosovo berichten in ihrem OneMinutesJr-Video, wie sie aus Deutschland abgeschoben wurden.












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